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Natur & Umwelt
13.01.2026
13.01.2026 11:40 Uhr

Haussperling an Spitze

Wurde an der Stunde der Wintervögel am häufigten gezählt: der Haussperling.
Wurde an der Stunde der Wintervögel am häufigten gezählt: der Haussperling. Bild: Chris Venetz
Am 9. und 10. Januar 2026 haben rund 5'000 Personen in der ganzen Schweiz bei der nationalen Zählaktion «Stunde der Wintervögel» mitgemacht und etwa 136'000 Vögel in Siedlungsräumen beobachtet.

Die diesjährige Zählung der Wintervögel fand bei wechselhaftem Wetter statt. Rund 5'000 Freiwillige meldeten ihre Beobachtungen aus Gärten, Parks und anderen Siedlungsräumen. Die Beteiligung liegt erneut auf Rekordniveau und zeigt, dass die Vogelzählung in der Bevölkerung zunehmend Anklang findet. Der jüngste Wintereinbruch hat viele Vögel zusätzlich in die Siedlungsräume getrieben, wo sie leichter Nahrung finden können. Arten wie Wacholderdrosseln, Buchfinken, Dohlen und Bergfinken wurden häufiger und in größeren Trupps als im Vorjahr beobachtet.

Haussperling erneut an der Spitze

Der Haussperling wurde mit 22'721 Individuen am häufigsten gezählt, gefolgt von der Kohlmeise mit 13'671 und der Rabenkrähe mit 12'799. «Wir beobachten seit Jahren, dass sich viele Wintervögel auf wenige, anpassungsfähige Arten konzentrieren», erklärt Raffael Ayé, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. Auch Lebensraum-Spezialisten wie Stieglitze (über 2700) oder Zaunkönige (316) traten auf, meist in Gärten mit naturnahen Strukturen wie Hecken, Asthaufen oder einheimischen Pflanzen.

Der Buntspecht, der im Vorjahr in rund 20 % der Gärten vorkam, wurde diesmal in fast jedem dritten Garten beobachtet. Diese Beobachtungen bestätigen, dass Gärten und Parks mit naturnaher Gestaltung für Vögel im Winter zunehmend wichtig sind.

Siedlungsräume als Winterlebensraum

Gerade wenn Schnee und Eis die Nahrungssuche erschweren, bieten Siedlungsräume Vögeln wertvolle Nahrungs- und Schutzmöglichkeiten. BirdLife Schweiz betont, dass selbst kleine naturnahe Strukturen, etwa Hecken, Sträucher oder Blumenwiesen auf Balkonen, zur Förderung der Artenvielfalt beitragen können. Die Zählung zeigt, dass die Biodiversität in Gärten vielerorts bereits höher ist als in intensiv genutzten Agrarlandschaften und dass weiterhin viel Potenzial besteht, die Lebensräume für Vögel zu verbessern.

 
Zur Wintervogelzählung

Zürioberland24/gg
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